Bei den Torgesprächen handelt es sich um Podiumsdiskussionen, Vorträge oder auch Lesungen, die auch in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern stattfinden können.
Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals
Montag, 20.9., 20 Uhr
FOKUS OSTEUROPA
Nicoleta Esinencu, die junge Stimme Moldaus liest aus »Odessa Transfer«
MODERATION: Katharina Raabe SPRECHERIN: Naomi Krauss
Die moldauische Autorin Nicoleta Esinencu wurde international bekannt durch »Fuck you, Eu.ro.Pa«, ein Theaterstück über die Identitätskrise des jungen Moldaus zwischen Postkommunismus, Ausgrenzung durch Rumänien, Russenhass und Frauenfeindlichkeit. In ihrer Lesung stellt sie ihren Text aus »Odessa Transfer« vor, einem Sammelband über die Schwarzmeerregion.
Eintritt frei
Freitag, 24.9., 20 Uhr
SPECIALS
Scritture Giovani
mit Dora Albanese (Italien), Catrin Dafydd (Großbritannien), Stefania Mihalache (Rumänien) und Clemens Setz (Österreich)
MODERATION: Gernot Wolfram SPRECHERINNEN: Stella Hilb und Nina West
»Sea« ist in diesem Jahr das Thema des Projekts, das talentierte junge Autoren aus Europa präsentiert. Und damit beginnt die Reise, zu der sich die Autorinnen und Autoren aufmachen, um das Publikum der bedeutendsten europäischen Literaturfestivals – neben festivaletteratura Mantova sind dies The Guardian Hay Festival und das internationale literaturfestival berlin – durch ihre jeweilige Art des Schreibens »aufzuwecken«. Moderiert wird die Veranstaltung von Gernot Wolfram, der 2004 selbst teil des »Scritture Giovani«-Programms war.
Dora Albanese (Italien), geboren 1985 in Matera, veröffentlichte zahlreiche Erzählungen und Artikel in Zeitungen, Zeitschriften sowie im Internet. Ihr erster Erzählband »Non dire madre« erschien 2009.
Catrin Dafydd (Großbritannien) schreibt in englischer und walisischer Sprache. Ihre ersten beiden Romane waren für die Preise Wales Book of the Year 2006 und Books to talk about 2009 nominiert.
Stefania Mihalache (Rumänien), geboren 1978 in Braşov, verfasst Gedichte, Essays, Rezensionen und Drehbücher. 2004 erschien mit »Est-falia« ihr erster Roman, dem mit »Die Gedichte der Sekretärin« bald ein zweiter folgt.
Clemens Setz (Österreich), geboren 1982 in Graz, hat mit »Söhne und Planeten« und »Die Frequenzen« schon zwei Romane veröffentlicht, von denen der letztgenannte mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Eintritt frei
Freitag, 8. Oktober 2010, 10 - 18 Uhr
Tagung: Das Landhaus - Zur Kulturgeschichte einer vornehmen Bauaufgabe
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor und dem Institut für Kunst- und Bildgeschichte (Humboldt-Universität Berlin)
Ort: Liebermann-Haus, Am Pariser Platz 7
Teilnahme: 15€ / 10 € erm, Anmeldung erforderlich
Barbara Stursberg, Liebermann-Villa am Wannsee, Tel.: 030-805 85 90 15
Oder Online-Ticket unter: www.liebermann-villa.de
Donnerstag/Freitag 14. und 15. Oktober
Erstes internationales Symposium
DER STURM -
Avantgarde der Kunst in Berlin
Internationales Symposium zur Geschichte und Wirkung
der von Herwarth Walden gegründeten und geleiteten
Zeitschrift und Galerie "Der Sturm" (1910-1932)
Eine Veranstaltung der Herwarth Walden Gesellschaft in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor
Teilnahmegebühr
25,-EUR zzgl. Mwst. pro Teilnehmer
Weitere Informationen, sowie das Anmeldeformular unter:
www.der-sturm.org
Dienstag, 19.10., 20 Uhr
Unter zweierlei Sternen – Liebe, Migration und Recht
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Literaturwerkstatt Berlin
In Lesung und Gespräch: Michael Roes (Autor, Berlin), Emine Sevgi Özdamar (Autorin, Berlin), Jutta Limbach (Präsidentin des Bundesverfassungsgericht a. D., Berlin), Christoph von Planta (Anwaltskanzlei vpmk Rechtsanwälte) Moderation: Barbara Wahlster (Redaktionsleitung Literatur, Deutschlandradio Kultur, Berlin)
Der soeben erschienene neue Roman von Michael Roes »Geschichte der Freundschaft« (Matthes&Seitz 2010) beschreibt eine Beziehung, die in zwei Kulturen zuhause ist, die sich aber zwischen den Kulturen konfliktgeladen reibt. Die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Algerier Jannis und dem Deutschen Matthias ist »ein unglaublich bitteres und wahres Buch darüber, wie Menschen mit allen Kräften versuchen, kulturelle Schranken zu überwinden. Und es doch nicht können …« (Dina Netz, WDR).
Anders Emine Sevgi Özdamar: In ihrer Romantrilogie »Sonne auf halbem Weg« (Kiepenheuer&Witsch 2006), in der die Autorin elf Jahre eigener Identitätsarbeit zwischen Istanbul und Berlin manifestiert, scheint ein Migrationsprozess in die deutsche Gesellschaft hinein gelungen. Doch richtig heimisch wird die Heldin bei Özdamar nirgendwo; weder in Ost-Berlin, wo sie an der Volksbühne arbeitet, noch in West-Berlin, wo sie in einer WG wohnt, die gelegentlich von der Polizei nach Terroristen der RAF durchsucht wird. Die Handelnden, und das ist beiden Romanen eigen, bleiben Vertraute und Fremde in einer Gesellschaft, die ihnen genau so erscheint: vertraut und fremd.
Entscheidende Fragen sind gestellt: Die politische Bundesrepublik Deutschland verstand sich bis vor kurzem nicht als Einwanderungsland.
Zu den zwischenmenschlichen Schwierigkeiten im Umgang mit kulturellen Unterschieden kommen bürokratische. Den Fragen nach der Umsetzung menschlicher migrationspolitischer Regelungen und deren Handhabe, die die Literatur erneut gestellt hat, antworten Jutta Limbach, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts a. D. und Präsidentin des Goethe-Instituts a. D., sowie Christoph von Planta von der Anwaltskanzlei vpmk Rechtsanwälte, dessen Schwerpunkt das Migrations- und Migrantenrecht ist.
Michael Roes (*1960 Rhede / Westfalen) studierte Psychologie, Philosophie und Germanisitik. Er schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke, neben seinem literarischen Schaffen ist er auch Filmemacher. Eines der Hauptthemen seines Werkes ist die interkulturelle Begegnung. Er wurde u. a. mit dem Else-Lasker-Schüler-Preis sowie dem Alice-Salomon-Poetik-Preis ausgezeichnet.
Emine Sevgi Özdamar (*1946 Malatya / Türkei) ist Schauspielerin, Theaterregisseurin und Schriftstellerin. In ihren Werken öffnete sie zwischen den Betroffenheitstexten der Gastarbeiterliteratur und der Abgeklärtheit der dritten Generation einen neuen Weg, wodurch sie zum Vorbild für zahlreiche deutsch-türkische Autoren wurde. Sie wurde u. a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Kleist-Preis ausgezeichnet und ist Trägerin der Carl-Zuckmayer-Medaille.
Die SPD-Politikerin und Rechtswissenschaftlerin Jutta Limbach (*1934 Berlin) war von 1994–2002 Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und von 2002–2008 Präsidentin des Goethe-Instituts. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und war Vorsitzende des Deutschen Sprachrats.
Der Rechtsanwalt Christoph von Planta ist Gründungsmitglied der Anwaltskanzlei vpmk Rechtsanwälte und Mitglied der ARGE Ausländer- und Asylrecht des Deutschen Anwaltsvereins sowie Mitglied im Berliner Arbeitskreis Ausländerrecht des RAV.
Eintritt frei – um Anmeldung wird gebeten bis 11.10.2010 unter Tel: 030. 22 63 30 30

