4. Februar 2009, 19:30 Uhr
Sehnsucht und Entfremdung
Wie die Deutschen „ihr“ Italien heute sehen
Antonio Puri Purini, Botschafter der Republik Italien in Deutschland, Michael Steiner, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien, Professor Gian Enrico Rusconi, Politikwissenschaftler, Gastprofessor FU Berlin
Eine gemeinsame Veranstaltung des Italienzentrums der Freien Universität Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor.
Aus seinem Buch „Die große Liebe“ liest der Autor Professor Hanns-Josef Ortheil
Moderation: Dr. Maria Carmen Morese, Leiterin des Goethe-Instituts in Neapel
Ein Mythos ist es, Italien, das Land der Sonne, des süßen unbeschwerten Lebens und der vielen Skandale. Kaum ein anderer Flecken Erde auf europäischem Boden entfacht hierzulande leidenschaftlichere Diskussionen. Doch die Italien-Sehnsucht der Deutschen wird derzeit auf die Probe gestellt. Manche sprechen bereits von „enttäuschter Liebe“. Die Italiener geben sich bislang verhalten, wissen jedoch selbst am besten: Wie nie zuvor hat ihre Heimat im letzten Jahr überkommen geglaubte Vorstellungen und Klischees bedient.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale um Müll und Mafia lädt die Stiftung Brandenburger Tor zu einem Gespräch über Reiz und Eigenart des „Belpaese“ ein. Italienische und deutsche Protagonisten aus Politik und Gesellschaft erklären uns die Logik der deutsch-italienischen (Liebes-) Beziehung.
Symposium »WECHSELSTЯOM. Frauen im mittel- und osteuropäischen Literaturbetrieb«
Konzeption und Durchführung: Kateryna Stetsevych, Katarina Tojic und Stefanie Stegmann
Das Symposium »WECHSELSTЯOM. Frauen im mittel- und osteuropäischen Literaturbetrieb« diskutiert an drei Tagen in der Stiftung Brandenburger Tor (19. und 20. Februar) und im Literarischen Colloquium Berlin (21. Februar) die Entwicklungen von den 1980er Jahren bis zur Gegenwart. Schwerpunkte sind neben den Begegnungen mit Akteurinnen aus dreizehn mittel- und osteuropäischen Ländern auch die Literaturförderung und innovative Ansätze der Kulturvermittlung. Eingeladen sind »Wegbereiterinnen des Aufbruchs«, etablierte Schriftstellerinnen, Lektorinnen, Herausgeberinnen von Literaturzeitschriften und Leiterinnen von Buchmessen und Kultur- und Literaturzentren.
Anmeldung:
anmeldung@wechselstrom-tagung.de
Bitte geben Sie Name, Vorname, Institution Adresse, Telefon oder e-mail an.
Symposiumsgebühr: 20,-€ ermässigt 15,-€ (alle Veranstaltungen)Nur Lesung: 5.- €
Eine Anmeldung ist auch vom 19.-21. auch vor Ort möglich.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.wechselstrom-tagung.de
DO, 19. Februar 2009, 19.00 Uhr
Eröffnung des Symposiums, Lesung und Empfang
»Leben in between«. Erfahrungen und Prägungen durch Krieg, Vertreibung und Exil. Lesung und Gespräch mit den Schriftstellerinnen Herta Müller (Deutschland), Svetlana Alexijewitsch (Weißrussland) und Slavenka Drakulić (Kroatien). Moderation: Katharina Raabe (Lektorin im Suhrkamp Verlag, Literaturvermittlerin)
Herta Müller
Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf (Rumänien) als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit im Banat geboren. Sie studierte Germanistik und Rumänistik in Temeswar und arbeitete anschließend als Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik, wurde aber entlassen, als sie sich weigerte, mit dem Geheimdienst »Securitate« zu kooperieren. Gelegentliche Anstellungen als Aushilfslehrerin für Deutsch. Das Erscheinen ihres ersten Buches »Niederungen« wurde jahrelang verhindert und erschien erst 1982 nach starken Eingriffen der Zensur in Rumänien, 1984 in der Originalfassung auch in Deutschland. Ab 1985 Publikationsverbot in Rumänien und sich weiter zuspitzende Repressionen aufgrund ihrer ungeschminkten Darstellung der Realität der Diktatur Ceauşescus in den westlichen Medien. 1987 Ausreise nach Deutschland, wo sie seither in Berlin lebt. Im Herbst 2009 erscheint im Carl Hanser Verlag ihr neuer Roman »Atemschaukel«. Zu den jüngsten ihrer zahlreichen Auszeichnungen gehören der Berliner Literaturpreis, der Würth-Preis für Europäische Literatur und der Joseph-Breitbach-Preis. Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Svetlana Alexijewitsch
Swetlana Alexijewitsch wurde in Iwano-Frankiwsk in der Ukraine geboren. Noch in ihrer Kindheit übersiedelte die Famile nach Weißrussland. Svetlana Alexijewitschs Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt und bilden die Grundlage zahlreicher Theaterstücke und Filmdokumentationen. Für ihr Werk erhielt sie eine große Reihe internationaler Auszeichnungen, u.a. den Erich-Maria-Remarque-Preis, den Andrej-Sinjavskij-Preis, den Kurt-Tucholsky-Preis des schwedischen PEN Clubs, sowie den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Swetlana Alexijewitsch hat in ihren Arbeiten einen völlig eigenständigen literarischen Stil innerhalb des Non-Fiktionalen entwickelt, der auf hunderten von Interviews basiert. Zu den von ihr auf Deutsch erschienenen Büchern gehören »Tschernobyl - eine Chronik der Zukunft« (2006) und »Der Krieg hat kein weibliches Gesicht« (2004).
Slavenka Drakulić
Slavenka Drakulić wurde 1949 in Rijeka im heutigen Kroatien geboren. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Soziologie arbeitete sie als Gymnasiallehrerin. Heute ist sie Journalistin und eine der renommiertesten Schriftstellerinnen Kroatiens. International bekannt wurde sie durch Publikationen zum Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Vor allem ihre Essays »Sterben in Kroatien – Vom Krieg mitten in Europa« und »Café Paradies oder Die Sehnsucht nach Europa«, die 1992 und 1997 auf Deutsch erschienen, schildern eindrucksvoll die Geschehnisse in Südosteuropa. Neben journalistischen Beiträgen und Essays umfasst ihr Werk Romane und Sachbücher, wobei die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit in ihren Arbeiten stets fließend sind. Ihre Bücher wurden in 20 Sprachen übersetzt. Zu ihren jüngsten auf deutsch erschienenen Büchern gehören »Frida« (2007) und »Keiner war dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan« (2004).
Katharina Raabe
Katharina Raabe wurde 1957 in Hamburg geboren. Sie studierte Musik, Philosophie, war Geigerin und Pädagogin und arbeitet seit 1984 als Redakteurin verschiedener Verlage. Von 1993 bis 2000 betreute sie als Lektorin das literarische Programm des Rowohlt Verlags Berlin mit dem Schwerpunkt Osteuropa. Seit 2000 ist sie für den Suhrkamp Verlag tätig, wo sie u.a. den Träger des Leipziger Preises zur Europäischen Verständigung 2005, Juri Andruchowytsch aus der Ukraine, entdeckte und nun betreut. Im April 2007 wurde ihr für ihr Engagement zur Förderung der Literatur Mittel- und Osteuropas das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Zuletzt erschienen in ihrer Herausgabe die Bücher »In Ketten tanzen. Übersetzen als interpretierende Kunst« (2008) und »Last & Lost. Ein Atlas des verschwindenden Europas« (2006).
FR, 20. Februar 2009
10-11.30 Uhr Panel Kartographieren
Die kulturellen und literarischen Räume in den Ländern Mittel- und Osteuropas werden seit den 1990er Jahren neu vermessen. Biografische und gesellschaftliche Bruchstellen haben dabei kreative Energien freigesetzt und nachhaltig Veränderungsprozesse in Gang gebracht. Darüber sprechen – unter besonderer Berücksichtigung von Frauen in diesen Prozessen – Borka Pavićević (Dramaturgin, Serbien), Oksana Zabuzhko (Schriftstellerin, Ukraine) und Eva Karadi (lettre international, Ungarn). Moderation: Katharina Narbutovič (Leiterin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD).
12-13.30 Uhr Panel Reflektieren
Aktuelle Tendenzen der Literaturvermittlung in Mittel- und Osteuropa wie Professionalisierungen im Kulturmanagement, nstitutionalisierungsprozesse, neue Förderstrukturen und ihre Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen diskutieren
Ioana Gruenwald (Leiterin Buchinformationszentrum Bukarest, Rumänien), Irina Prokhorova (Herausgeberin von »New Literary Review«, Russland) und Kateryna Mishchenko (Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift »prostory«, Ukraine). Moderation: Ilma Rakusa (Autorin, Literaturkritikerin, Schweiz).
15-16.30 Uhr Panel Dynamisieren
Den Fragen nach Schreibprozessen, innovativen Ansätzen und neuen künstlerischen Positionen von Frauen in Literatur und Neuen Medien stellen sich die jungen Schriftstellerinnen Valzhyna Mort (Weißrussland), Noémi Kiss (Ungarn) und Nicoleta Esinencu (Moldau). Moderation: Katharina Narbutovič (Leiterin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD).
19.30-21 Uhr Lesung und Gespräch 2
Noémi Kiss (Ungarn), Kathrin Röggla (Österreich) und Nicoleta Esinencu (Moldau). Moderation: Ilma Rakusa (Autorin, Literaturkritikerin, Schweiz).
19. März 2009, 20:00 Uhr
Welttag der Poesie 2009
Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor mit der Akademie Schloss Solitude, dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, der Französischen Botschaft, der UNESCO-Kommission, dem Nederlands Literair Productie- en Vertalingenfonds, Amsterdam und mit dem Deutschlandradio Kultur.
Unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission
Es lesen: Laurynas Katkus, Litauen, Erik Lindner, Niederlande, Michèle Métail, Frankreich, Yoko Tawada, Japan/Deutschland, Jáchym Topol, Tschechien,
Moderation: Knut Elstermann, Journalist, Berlin
Gedichte sind nicht allein Text oder Schrift, sie sind Klang, Stimme, Rhythmus. Sie leben vor allem dann, wenn sie gesprochen werden, am besten vom Autor, seine Stimme bringt sie zum Klingen, zum Leben. Aus diesem Grund bekräftigt der Welttag der Poesie der UNESCO – im Jahr 2000 ins Leben gerufen – nicht allein den Stellenwert der Poesie und die Vielfalt des Kulturgutes Sprache, sondern ebenso die Bedeutung mündlicher Traditionen.
Jedes Jahr im März versammelt die Literaturwerkstatt Berlin gemeinsam mit ihren Partnern Lyriker aus aller Welt, die sich als Stipendiaten in Deutschland aufhalten oder für dieses Ereignis eingeladen werden. 2009 kommen sie aus fünf Ländern – Gelegenheit für eine fünfsprachige Schau der Poesie, gelesen in den Originalsprachen und in deutscher Übersetzung. Wir laden ein zu einem Konzert aus Versen, Sprachen und Stimmen.
Um Anmeldung unter 2263 3030/17 wird gebeten.
Torgespräch im Rahmen der Rudolf-Arnheim-Professur
am Montag, 4. Mai 2009 um 19:30 Uhr
In Verbindung mit der Humboldt-Universität zu Berlin und
dem Deutschen Akademischen Austauschdienst.
“Che è di questo culazzino!”
Michelangelo and the inverted gaze in Renaissance art
Ein Vortrag von Prof. Patricia Rubin in englischer Sprache
Aufgrund der begrenzten Platzkapazität ist eine Anmeldung erforderlich! (Tel.: 22633027)
Die Arnheim-Professur geht auf den Filmkritiker und Filmhistoriker Rudolf Arnheim zurück. Prof. Arnheim ist Mitbegründer der Gestaltpsychologie und entwickelte die Theorie des „denkenden Sehens“ und Gestaltens als Überlebensstrategie. Die Professur wurde zum Wintersemester 2001/2002 an der Humboldt-Universität eingerichtet. Eine hochrangige interdisziplinäre Jury beruft jährlich einen ausländischen Gastdozenten. Gefördert wird diese Professur durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Stiftung Brandenburger Tor.
Patricia Rubin is Professor of Italian Renaissance Art at the Courtauld Institute, where she is also Deputy Director and Head of the Courtauld Institute of Art Research Forum. She has published on fifteenth- and sixteenth-century Italian art, with books on Giorgio Vasari: Art and History (Yale University Press, 1995) and Images and Identity in Fifteenth-century Florence (Yale University Press, 2007).
What sort of beautiful bottom might this be? That is the question, adopted here from the judicial testimony of a young man in late fifteenth-century Florence whose attractive bottom had been repeatedly touched by a salacious shopkeeper. In art history the question might be provoked by the provocative bottom reproduced in a print by Agostino Veneziano after a figure in Michelangelo’s (long lost) cartoon of the Battle of Cascina. The engraving exists in more than one state, which is testimony to its popularity. The questions to be asked of this figure include the reasons for its selection and reproduction. What did it provoke in the tactile imaginations of its viewers? Its genealogy is also worth questioning: the figure is a contemporary invention, it betokens modernity not antiquity. More important, perhaps, is its place as a subject or object of attention. Isolated or inserted into a narrative, it is not rhetorical – it does not lead into a story, but attracts and absorbs notice. This paper will investigate the motif of the male buttocks, of the figure without face that emerges a protagonist in the Italian imagination in the third quarter of the fifteenth century and that soon achieved canonical status in Renaissance art.
Vorträge im Rahmen der Ausstellung "Künstlerfürsten: Liebermann.Lenbach. Stuck"
Montag, 6 April, 19:30
"Zum Kult des Künstlers“
Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster
ehem. Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin
Montag, 8. Juni, 19:30 Uhr
„Franz von Stuck und seine Sünden“
Albert Ritthaler
Galerie Ritthaler, Hamburg
Freitag, 12. Juni, 19:30 Uhr
„Künstlerfürsten. Selbstdarstellung als künstlerische Strategie"
Dr. Birgit Jooss
Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg
Lesungen im Rahmen der Ausstellung "Künstlerfürsten: Liebermann.Lenbach. Stuck"
Eintritt: 3,-
Es liest der Schauspieler Wolfgang Unterzaucher.
Sonntag, 19 April, 15:00 Uhr
Max Liebermann
„Heute ist Liebermann der echte König von Berlin. Der wahre König ist übrig geblieben. […] Sein Haus ist ein Palais – mit aller Diskretion des alten Berliner Stils.“
Sonntag, 10. Mai, 15: 00 Uhr
Franz von Lenbach
„Sie müssen vor allem nicht vergessen, dass der Mensch ein Stilleben ist.“
Sonntag, 17. Mai, 15:00 Uhr
Franz von Stuck
„Franz Ritter von Stuck. Dr.-Ing. h.c. U. Geheimer Rat, ord. Professor an der Akademie der bild. Künste München, Villa Stuck, Äußere Prinzregentenstr. 4.“
„Der Künstler verkehrt mit dem Hof, dem Adel und der höchsten Beamtenschaft auf gleichem Fuße.“
Freitag, 5. Juni, 19:30 Uhr
Max Liebermann (s.o.)
Vorträge im Rahmen der Ausstellung "Künstlerfürsten: Liebermann.Lenbach. Stuck"
Freitag, 19. Juni, 19:30 Uhr
Franz von Lenbach
„Sie müssen vor allem nicht vergessen, dass der Mensch ein Stilleben ist.“
Freitag, 3. Juli, 19:30 Uhr
Franz von Stuck
„Franz Ritter von Stuck. Dr.-Ing. h.c. U. Geheimer Rat, ord. Professor an der Akademie der bild. Künste München, Villa Stuck, Äußere Prinzregentenstr. 4.“
„Der Künstler verkehrt mit dem Hof, dem Adel und der höchsten Beamtenschaft auf gleichem Fuße.“
Im Rahmen des
Internationalen Literaturfestivals
10. September, 20 Uhr
Literaturen der Welt
Aleksandar Hemon (Bosnien/USA)
Moderation: Wilfried F. Schoeller
Sprecher: Frank Arnold
Josef Pronek wird in Amerika vom Bosnienkrieg überrascht und an der Heimreise gehindert. Jetzt sucht er einen Platz in diesem neuen Land, das er nicht versteht. Aleksandar Hemon erzählt in seinem Roman "Nowhere Man" von der Angst und der Einsamkeit eines entwurzelten Menschen, der nicht mehr weiß, wo er hingehört. Niemand, so Breitenstein in der NZZ, hat die "schlecht gelüftete Wirklichkeit des Ostblocks" besser beschrieben als Hemon in dieser "virtuosen" Geschichte.
11. September, 20 Uhr
Literaturen der Welt
Youssef Zeidan (Ägypten)
Moderation: Wilfried F. Schoeller
Sprecher: Frank Arnold
Der Gewinner des diesjährigen International Prize for Arabic Fiction liest aus „The Shadow of the Serpent“. Neben seiner Autorentätigkeit lehrt Youssef Zeidan als Spezialist für Arabische und Islamische Studien und ist Leiter der Manuskriptsammlungen der Bibliotheca Alexandria in der Hafenstadt.
8. Oktober, 19:30 Uhr
Shanghai – ein Brennpunkt deutsch-jüdischer Exilgeschichte
mit den Autoren
Ursula Krechel und Stefan Schomann
Es moderiert Peter von Becker, Schriftsteller, Kulturautor beim „Tagesspiegel“ und langjähriger Feuilletonchef und Theaterkritiker
Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, nach den Pogromen im November 1938 und beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor siebzig Jahren wurde die Hafenstadt Shanghai zum letzten visafreien Fluchtort für über 18 000 Juden aus deutschen und österreichischen Städten. Über dieses dramatische, in vielen Einzelheiten wenig bekannte Kapitel des deutsch-jüdischen Exils haben die Schriftstellerin Ursula Krechel und der Publizist Stefan Schomann in diesem Jahr zwei herausragende Bücher veröffentlicht. Mit ihnen spricht Peter von Becker, der vor kurzem in Shanghai, der explodierenden "Metropole des 21. Jahrhunderts", auch jenen Spuren des letzten Jahrhunderts nachgegangen ist.
Ursula Krechel, in Berlin lebende Lyrikerin und Erzählerin, hat für ihren von der Kritik gefeierten neuen Roman "Shanghai fern von wo" zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erhalten, so u. a. den Jeanette-Schocken-Preis und den mit 50 000 Euro dotierten Joseph-Breitbach-Preis.
Stefan Schomann, abwechselnd in Berlin und Peking lebender Journalist, arbeitet u.a. für die "Zeit", "Stern", "Merian" und die Frankfurter Rundschau. In seinem Buch "Letzte Zuflucht Shanghai" hat er die abenteuerliche authentische Liebes- und Lebensgeschichte eines einst mittellosen Wiener Flüchtlings und einer großbürgerlichen jungen Chinesin entdeckt und ist den beiden über drei Kontinente bis in die Gegenwart gefolgt.

