Torgespräch zum UNESCO Welttag der Poesie
„Gedichte aus der Mitte Europas“

16. März, 20:00 Uhr

Eine Veranstaltung der literaturWERKstatt berlin, gemeinsam mit der Stiftung Brandenburger Tor, mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, dem Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf der Stiftung Kulturfonds; gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Es lesen:
Eugenijus Alisanka (Litauen),
Constantin Virgil Banescu (Rumänien),
Ales Rasanau (Belarus),
Katerina Rudcenkova (Tschechien),
Tomas Salamun (Slowenien),
Ferenc Szijj (Ungarn)

Moderation: Knut Elstermann, Journalist, Radio Eins

"Des Bildes meines Stammes müde/bin ich ausgewandert"
(Tomas Salamun)

Der politisch oder topographisch korrekte europäische Raum ist es nicht, eher ist es das Nirgendwo, das die Lyriker sich zum Ort wählen. Sie kommen aus Europa, z.B. aus Belorussland, Litauen oder Rumänien, dorther, wo der Kontinent für uns zu Ende scheint. Derzeit leben sie als Stipendiaten in Berlin und Wiepersdorf. Im Gepäck haben sie ihre Texte und Übersetzungen - Engagement und Glück vorausgesetzt. Erschienen sind ihre Gedichte hierzulande kaum, nur wenige kleine Verlage gehen das Wagnis ein.

Zum UNESCO-Welttag der Poesie hat das Publikum Gelegenheit, die Gäste der Stadt kennenzulernen und sie zu begleiten in unbekannte Sprachräume. Eingeladen sind berühmte Autoren wie Tomas Salamun und Ales Rasanau, und es sind lohnende, sprachmächtige Entdeckungen zu machen. Gelesen wird im Original und in der deutschen Übersetzung.


Literarisches Tandem am 31. März 2004, 19:30 Uhr

Tandem „Berlin – Sarajevo"
Es lesen und erzählen Jochen Schmidt und Nenad Velickovic


Torgespräch "Nach der Verfassungsdiskussion - Kulturpolitische Perspektiven in der erweiterten EU"
Freitag, 7. Mai, 19:30 Uhr

In Kooperation mit dem KULTURJAHR der ZEHN
Im Rahmen des Kulturjahres der EU-Beitrittsländer


Es diskutieren:
Ayis Ioannides, György Konràd, Jutta Limbach, Jan Sokol
Moderation: Helga Hirsch

Der Text der EU-Verfassung stellt das politische und ökonomische Miteinander der europäischen Staaten auf ein gemeinsames kulturelles Fundament. Die Politikfelder Kultur und Bildung bleiben allerdings in der Verantwortung der einzelnen Länder und werden nicht von einer europäischen Zentralgewalt gelenkt. Wie kann sich unter diesen Bedingungen die kulturelle Kommunikation zwischen den europäischen Staaten und Regionen entfalten?
Eine gemeinsame kulturpolitische Agenda für Europa kann nur aufgestellt werden, wenn die Unterschiede der Gesellschaften und Kulturen in der EU ernst genommen werden.

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde bringen unterschiedliche Perspektiven in die Debatte ein: die juristische Sicht, Erfahrungen in internationalen Institutionen, im akademischen Bereich, im Bildungssektor und in verschiedenen künstlerischen Sparten.

György Konrád, Ungarn, Schriftsteller, ehemaliger Präsident der Akademie der Künste Berlin

Jan Sokol, Tschechische Republik, Mathematiker und Philosoph, Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität Prag, ehemaliger Bildungsminister

Ayis Ioannides, in Nikosia/Zypern geborener, europapolitisch engagierter Komponist und Dirigent, der zurzeit in Wien arbeitet

Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Instituts (angefragt, u.U. vertreten durch den Generalsekretär des Goethe-Instituts, Andreas Schlüter)

Helga Hirsch, Journalistin


Montag, 17. Mai, 19:30 Uhr
"Bella auf dem Kopf: Rabbinisches Bilderdenken und Chagall"

Vortrag von Prof. Dr. Almut Bruckstein
Musikalisches Programm: Ensemble Pus Vite spielt zwei Werke nach Texten von Marc Chagall

Die jüdische Tradition ist – entgegen der landläufigen Vorstellung – nicht nur bilderkritisch, sondern in ihrem rabbinischen und mystischen Erzählsträngen von einem eminenten und faszinierenden Bilderdenken geprägt, welches in der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte weitgehend verdeckt geblieben ist.
Chagalls Bilderwelt – kopfstehende Liebespaare, fliegende Tiere, fallende Engel – korrespondiert mit einer Welt jüdischer Sprachbildlichkeit, die in ihrer a-linearen und assoziativen Vorstellungskraft auf enge Weise den hermeneutischen Strukturen visueller Anschauung verpflichtet ist.

Prof. Dr. Almut Bruckstein lehrt seit 1994 jüdische Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem; sie ist Initiatorin von Ha’ Atelier – Werkstatt für Philosophie und Kunst. Z.Z. ist sie Rudolf Arnheim-Professorin an der Humboldt Universität.

Gegenwärtig arbeitet sie zum Verhältnis der jüdischen Tradition zur Frage des Bildes, zur Visualität und zur Bildenden Kunst.

Musikalisches Programm
"Archipel Chagall II"
Zirkus Lieder, nach Texten von Marc Chagall
für Sopran und zwei Gitarren
von Sidney Corbett

Ensemble Plus Vite
Eva Lebherz-Valentin, Gesang
Seth Josel, Gitarre
Daniel Kuhn, Gitarre
Künstlerischer Leiter: Sidney Corbett


30. Juni, 20:00 Uhr
JAJA DADA oder was sagen Sie dazu, Monsieur Chagall?

Anlässlich des poesiefestivals berlin 2004 in Kooperation mit der literaturWERKstatt Berlin

Gespräch und Performance mit:
Dmitry Bulatov (Wort-Artist)
Eugen Gomringer (Lyriker)
Hartmut Andryczuk (Künstler)
Sergej Birjukov (Dichter und Literaturwissenschaftler)
Valerie Scherstjanoi (Lautdichter und Performer)

Moderation:
Friedrich W. Block

JAJA: Eugen Gomringer, Altmeister der Konkreten Poesie, und der Künstler Hartmut Andryczuk treffen auf – DADA – den scribentischen Lautdichter Valerie Scherstjanoi, Dimitry Bulatov, den Vertreter der visuellen und sonoren Poesie, und Sergej Birjukov, Dichter und Literaturkritiker. Performance und Diskussion werden lustvoll Schlaglichter auf die Entwicklung der experimentellen Dichtung werden, wie sie in Deutschland und Russland entstanden sind.


Torgespräch "The Decisive Moment – Bild- und Medienreflexion in Alfred Hitchcock’s 'Rear Window' (1954)"
15. Juli, 21:00 Uhr


Ein Vortrag mit Prof. Dr. Michael Diers
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Rudolf Arnheim
Einleitung: Prof. Dr. Horst Bredekamp
Humboldt-Universität zu Berlin

Der Filmkritiker und Filmhistoriker Rudolf Arnheim ist Mitbegründer der Gestaltpsychologie und entwickelte die Theorie des „denkenden Sehens“ und Gestaltens als Überlebensstrategie. Er lebt heute in Ann Arbor, Michigan

Die Stiftung „Brandenburger Tor“ hat gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz and der Humboldt Universität die Rudolf-Arnheim Professur zum Wintersemester 2001/2002 eingerichtet.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht Hitchcock's Klassiker "Rear Window" ("Das Fenster zum Hof"), dessen Held ein für einige Wochen an den Rollstuhl gefesselter Fotoreporter ist. Wie nun reflektiert der Film das andere Medium der (Presse-)Fotografie, wie ist das Verhältnis von bewegtem und stillem Bild, von Narration und Dokumentation gestaltet? Offenbar geht es um die wechselseitige Erhellung der beiden Bildkünste.


Michael Diers ist seit Sommersemester 2004 Professor für Kunstgeschichte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und seit kurzem auch außerplanmäßiger Professor am Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er seit 1999 gelehrt hat. Zuvor hat er an den Universitäten in Hamburg und Jena unterrichtet. Schwerpunkte seiner Forschung bilden die Kunst der Moderne und Gegenwart sowie Fotografie und Neue Medien, politische Ikonographie und Wissenschaftsgeschichte.


Torgespräch "... und immerfort durch die Jahrhunderte
währt unser regloser Flug"
Freitag, 16. Juli, 19:30 Uhr

Poesie und Musik aus Weissrussland
Mit den Lyrikern Ales Rasanau und Zmicier Visniou und dem
Musiker Todar

Ales Rasanau
Wichtigster zeitgenössischer Lyriker Weißrußlands. Er wurde 1947 in dem Dorf Sjalez im Gebiet Brest geboren und veröffentlichte ab 1970 elf Bücher, von denen das erste einen programmatischen Titel trägt: "Wiedergeburt" (der weißrussischen Sprache nämlich). Auf deutsch liegen zwei Bücher von Ales Rasanau mit seinen Poemen, Versetten, Punktierungen und Betrachtungen vor: "Zeichen vertikaler Zeit" (1995) und "Tanz mit den Schlangen" (2002), beide im Agora Verlag und aus dem Weißrussischen übertragen von Elke Erb.

Zmicier Visniou
Journalist, Maler und Lyriker, geboren 1973 in Debrecen (Ungarn), lebt in Minsk. Bis 2001 Literaturberater beim belarussischen Schriftstellerverband und ist einer der Gründungsmitglieder der Künstlerverbindung "Bum-Bam-Lit".
Er setzt sich für eine Synthese bildender Kunst und schöngeistiger Literatur ein. Erschienen sind u.a. die Bücher „Meerjungfrauen vom Planeten Blok“ (1992), "Spaziergang in den Sternen" (1993), "Das gestreifte Tamtam" (1998) und "Tamburmoskito" (2002).

Todar
Instrumentalist und Sänger

Katharina Narbutovič
Lektorin und Publizistin

Moderation: Katharina Narbutovič

Eintritt: 6,- /4,- ermäßigt

Im Anschluss an diese Veranstaltung bleibt die Ausstellung "Verehrt und Verfemt - Chagall und Deutschland" noch 30 Minuten geöffnet.

Änderungen vorbehalten


Torgespräch "Curating Modernity: EuropaAmerikaBilder"
eine Podiumsdiskussion in der Reihe American Season 2004 im Rahmen der Ausstellung 'Das MoMA in Berlin'
16. September, 17:00 - 19:00 Uhr und 20:00 - 21:30 Uhr

Veranstaltet von der literaturWERKstatt berlin in Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburger Tor, der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und der American Academy Berlin

mit Paul Beatty, Schriftsteller (New York/USA)
David Eng, Kulturwissenschaftler (New Jersey/USA)
Viktor Jerofejew, Schriftsteller (Moskau/Russland)
Dubravka Ugresic, Schriftstellerin (Zagreb/Kroatien)
Philipp Dodd, Direktor des Institure of Contemporary Arts London und Hans Kolhoff, Architekt (Berlin/Deutschland)

Moderation: Thomas Steinfeld, Leiter des Ressorts Literatur der Süddeutschen Zeitung, München

Modernitätsmythen, Modernitätsträume, Modernitätsalpträume - Wird in heutigen Diskussionen der Begriff Moderne benutzt, liegen ihm die unterschiedlichsten Konnotationen zugrunde. Als Abschlußveranstaltung der Reihe Curating Modernity soll deshalb nun in einem Kolloquium versucht werden, die verschiedenen Modernitäts- Begriffe zu beschreiben und voneinander zu unterscheiden. Aus welchen Quellen speisen sich die jeweiligen Definitionen, welchen genauen Sinngehalt umreissen sie, mit welcher Intention werden sie verwendet? Ist die künftige Moderne des östlichen Europas die vergangene des westlichen? Und wie steht dazu die Moderne jenseits des Atlantiks? Aus Ost- und Westeuropa sowie den USA stammen die Podiumsteilnehmer, die sich diesem Thema stellen werden.


Torgespräch zum Internationalen Literaturfestival „Literatur im Exil
Lesung und Gespräch mit Semezdin Mehmedinovic (Bosnien/USA) und David Albarhari (Serbien/Kanada)
Moderation: Danya Antonovic, Journalistin
24. September, 19:30 Uhr

Im Rahmen des 4. internationalen literaturfestival berlin (www.literaturfestival.com) sind zwei osteuropäische Autoren zu Gast im Max Liebermann Haus, die im Exil leben und dort aus einen ganz anderen Blickwinkel über Ihre Heimat schreiben. Semedzin Mehmedinovic, wurde 1960 in Tuzla, Bosnien-Herzegowina, geboren 1992 erschien „Sarajevo Blues“, ein literarisches Dokument der Kriegsereignisse. Als Mitbegründer der bosnischen Wochenzeitschrift „Dani“ (Tage) trat er für eine objektive Berichterstattung ein. 1996 ging er ins Exil nach Alexandria im US-bundessatt Virginia. Sein 2002 erschienener Gedichtband heißt „Devet Alexandrija“ (Nine Alexandrias).

David Albahari wurde 1948 in Péc, Jugoslawien, geboren. 1994 ging der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinden Jugoslawiens, der sich an der Evakuierung der Juden Sarajevos beteiligte, freiwillig ins kanadische Exil. Seither rückt seine Heimat verstärkt in dem Mittelpunkt seiner Werke. Im preisgekrönten Roman von 1996 „Mamac“ (Mutterland) erzählt er anhand der Lebensgeschichte seiner Mutter vom Krieg in Jugoslawien.


Torgespräch zur Buchvorstellung "Mythen der Nationen. 1945 – Arena der Erinnerungen
Es sprechen Prof. Dr. Horst Bredekamp und Prof. Dr. Etienne Francois.
Montag, 8. November, 19:00 Uhr


Begleitend zu der obengenannten Ausstellung ist im Philipp von Zabern-Verlag das Buch "Mythen der Nationen. 1945 – Arena der Erinnerungen" erschienen. Es beschäftigt sich mit den nationalen Erinnerungen an Völkermord, Krieg und Vertreibung und deren Verarbeitungen und Deutungen 1945 bis heute. Es vergleicht mehr als 30 europäische Länder (West-, Mittel und Osteuropa) und schlägt den Bogen bis zu den USA und Israel.

Begrüßung:
Prof. Monika Grütters, Sprecherin des Vorstands der Stiftung Brandenburger Tor

Einführung:
Dr. Monika Flacke, Deutsches Historisches Museum
Dr. Annette Nünnerich-Asmus, Philipp von Zabern Verlag

Vorträge:
Prof. Dr. Horst Bredekamp, Humboldt-Universität Berlin
"Bildakte als Zeugnis und Urteil"

Prof. Dr. Etienne François, Frankreich Zentrum TU Berlin
"Meistererzählungen und Dammbrüche: Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg zwischen Nationalisierung und Universalisierung"


Torgespräch "Wer kein Pass hat, ist ein Hund - Bertolt Brecht und die Schweiz"
Anlässlich der Ausstellung "Neues von Herrn Keuner - Brecht-Funde aus der Schweiz“ wird der Film von Bruno Moll gezeigt.
Mittwoch, 24. November, 18:00 Uhr

Schweiz 2004 (60 min)
Regisseur: Bruno Moll

Anschließend im Gespräch mit dem Regisseur:
Dr. Erdmut Wizisla, Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs

Brechts letzte Exilstation in der Schweiz (1947-1949) ist durch neue Dokumente ins Gespräch gekommen. Der renommierte Schweizer Regisseur Bruno Moll erzählt Brechts Schweizer Monate anhand von Zeugnissen, Erinnerungen von Zeitzeugen wie Regine Lutz, Valerie Steinmann, Ettore Cella sowie Aufnahmen aus der Probenarbeit zu "Herr Puntila und sein Knecht Matti" am Zürcher Schauspielhaus (2004; Regie: Andreas Kriegenburg).
7.Mai 2004

7.Mai 2004
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