Kunst und Kultur im postkommunistischen Europa
Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburger Tor der Bankgesellschaft Berlin und der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart Berlin
1. Oktober 2000 bis 4. Februar 2001
Eröffnung: 30. September 2000
Eine Ausstellung des Moderna Museet, Stockholm
Kuratoren: Bojana Pejic, David Elliott, Iris Müller-Westermann
Realisierung der Ausstellung in Berlin:
Eugen Blume, Claudia Banz, Gabriele Knapstein, Klaus Pioch, Julia Schewski, Friedegund Weidemann
Ein Kurzführer zur Ausstellung kann bei der Stiftung angefordert werden.
Die vom Moderna Museet Stockholm konzipierte Ausstellung "After the Wall" gehört nach Berlin. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Natur. Zu ihnen gehört schon die im Titel genannte Mauer, die 1961 in Berlin errichtet wurde. Sie wurde zum Symbol einer historischen Epoche - zum Symbol für Kalten Krieg und Teilung, Jahrzehnte später für Freiheit und Einheit -, und die Einheit Deutschlands war der Beginn weitreichender politischer Veränderungen in vielen Staaten des früheren Ostblocks.
Aus der Wiedervereinigung erwuchs auch eine Verantwortung gegenüber jenen Staaten, die - bis nach Armenien und Albanien - aus dem sie beherrschenden politischen System herausgetreten sind, die einen neuen Weg der Partnerschaft zu den Europäischen Staaten und zur westlichen Welt suchen.
Die Ausstellungsorte - das wiedererbaute Wohnhaus des Malers Max Liebermann, unmittelbar an der ehemaligen Mauer, und der ebenfalls an der ehemaligen Grenze gelegene Hamburger Bahnhof - verbinden sich in besonderer Weise mit der Ausstellung "After the Wall". Thematisch wird hier ein Terrain sichtbar, das sich von Ostdeutschland weit in den Osten hineinzieht und Gebiete berührt, deren Hoffnungen und Nöte wir vielfach kaum kennen. Die Arbeiten der zumeist jungen Künstler spiegeln in ihrer Gesamtheit die unterschiedlichsten, aus den Besonderheiten der einzelnen Länder erwachsenen Themenfelder. Ihre Hinwendungen umgreifen mehr als etwa bloße Schilderungen gesellschaftlicher Verhältnisse. Sie folgen einem von Aufbruchsstimmung getragenen Kunstbegriff, der sich unvoreingenommen die Möglichkeiten heutiger Kunst aneignet und dadurch weit in die Gesellschaft hineinwirkt. Die Bedeutung dieser Kunst liegt vor allem in der sich einstellenden Nähe, die etwas von dem entfernt Liegenden unmittelbar an den Betrachter heranführt. Sie behandelt überwiegend existentielle, aus der eigenen Geschichte kommende Fragestellungen, die in den oftmals verwirrenden Kontext unserer Gegenwart gehören.




