
Die Stiftung Brandenburger Tor hat seit Januar 2006 das Projekt "Schulen übernehmen Verantwortung" gestartet. Sie knüpft damit an ihren Wettbewerb "Jugend übernimmt Verantwortung" an. Die Kategorie der Verantwortung als Leitbild für Schulen aber auch als pädagogische Zielsetzung für die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler hat an Bedeutung erheblich gewonnen. Internationale Vergleiche von Schülerleistungen lassen auch den Schluss zu, dass die Übernahme der Verantwortung von Schulen für die Schüler und ihre Ergebnisse eine große Rolle spielt.
Hieran wird das Programm "Schulen übernehmen Verantwortung" anknüpfen.
Ziel dieses Programms ist es, ein Schulnetzwerk aufzubauen, das im Kern eine Verantwortungsübernahme für die Bildungsgänge ihrer Schülerinnen und Schüler umfassend entwickelt und realisiert.
Kompetenzbereiche und Vorhaben der beteiligten Schulen:| I. | Die Schule übernimmt Verantwortung für |
| - | die Gestaltung ihres pädagogischen Angebots |
| - | die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler |
| - | die Kompetenzbildung und Leistung der Schülerinnen und Schüler |
| - | die Entwicklung des pädagogischen Personals |
| II. | Die Schule erzieht zur Übernahme von Verantwortung |
| - | Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Lernprozesse selbstverantwortlich zu steuern |
| - | Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für das Schulklima |
| - | Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung im regionalen undsozialen Umfeld zu übernehmen. |
In zwei Jahren sollen 20 Schulen in der Region Berlin-Brandenburg so qualifiziert werden, dass sie als Multiplikatoren zur Schulentwicklung für dieses Leitbild dienen können.
Zielsetzung des Programms
Für alle genannten Komponenten des Feldes „Verantwortung lernen“ strebt das Programm Unterstützung an.
Um den Veränderungsprozess professionell und eigenverantwortlich gestalten zu können, benötigen Schulen für die veränderten Aufgaben Qualifizierung der Akteure ihres Systems, denn
| - | Verantwortung übernehmen für die Steuerung der Schulorganisation bedeutet u.a. die Einführung von Strukturen, die die Beteiligten in eine andere Form von Kommunikation bringen, wie Teamarbeit, effektivere Gremienarbeit (Lehrerkonferenzen / Klassenrat / Schülerparlament / Elternkonferenz) und transparenter Informationswege. |
| - | Verantwortung übernehmen für die Lernprozesse und Lernergebnisse ihrer Schülerinnen und Schüler bedeutet die Einbeziehung der Lernausgangslage für die Unterrichtsgestaltung, eine regelmäßige Rückmeldung der Lernfortschritte als eine Voraussetzung für individuelles selbstreguliertes Lernen. Es bedeutet auch, Kooperations- und Kommunikationsformen zwischen den Lehrkräften zu entwickeln über die Entwicklung und Förderungsmöglichkeiten für die einzelnen Schülerinnen und Schüler. |
| - | Die Förderung der Bereitschaft, für eigene Lernprozesse von Seiten der Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, bedeutet schulinterne Curricula und Lernfelder so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Lernprozesse in Bezug auf soziale, fachliche und methodische Kompetenzen selbstverantwortlich steuern und damit Selbstwirksamkeit erfahren. |
| - | Verantwortung übernehmen für eigene Lernprozesse der Pädagogen im Sinne der Professionalisierung bedeutet sich zu informieren und sich zu qualifizieren für die schulintern vereinbarten Ziele. |
| - | Verantwortung übernehmen für die Zusammenarbeit mit schulexternen Partnern bedeutet die Einbeziehung von Eltern, anderen Institutionen und Betrieben in die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule. |
| - | Die Förderung von Verantwortungsübernahme für das Schulleben sowie im regionalen und sozialen Umfeld durch Schülerinnen und Schüler wiederum erfordert lebensnahe altersentsprechende Lernangebote im sozialen Bereich (der Klasse, der Schule, dem Stadtteil). |
Projektbereiche
Für die Schulen, die am Projekt teilnehmen, heißt es, Bereiche zu identifizieren, in denen sie ihre Vorhaben in Bezug auf Verantwortungsübernahme umsetzen wollen.
Projektbereiche, die die Schulen für ihre Arbeit auswählen, können z.B. sein:
Schulmanagement:
| - | demokratische Strukturen einführen, wie Klassenrat und Schülerparlament |
| - | Aufbau eines umfassenden Feedbacksystems |
| - | Projekte als integrierter Bestandteil des schulinternen Curriculums entwickeln und organisieren. |
Lernprozesse des pädagogischen Personals:
| - | Formen kollegialen Feedbacks etablieren |
| - | Fortbildung bezogen auf die Ziele der Schule planen und in Anspruch nehmen |
| - | für wirksame Zusammenarbeit sorgen (Sitzungskultur pflegen, Vereinbarungen verbindlich als handlungsweisend für die eigene Praxis annehmen) |
Lernprozesse/Lernergebnisse:
| - | Lernprozesse gestalten, die selbstreguliertes Lernen ermöglichen |
| - | Projektlernen mit dem Schwerpunkt Verantwortungsübernahme z.B. zum Service Learning einführen und curricular ausweise |
| - | regelmäßige Schüler/innenbefragungen zum schulischen Angebot (z.B. Auswertung von Unterrichtsstunden etc.) und Schulklima durchführen |
| - | Lerntagebücher führen |
| - | Schülerleistungen auswerten und Verbesserungen einleiten |
Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Partnern:
| - | mit Eltern Vereinbarungen zur Bildungs- und Erziehungsverantwortung treffen |
| - | Eltern als Experten in die Schularbeit einbinden |
| - | Informations- und Rückmeldesystem für Eltern etablieren |
| - | mit externen Partnern Service Learning vereinbaren |
| - | externe Partner in den Lernprozess einbinden |
| - | mit abgebenden oder aufnehmenden Bildungseinrichtungen Übergänge für die Schülerinnen und Schüler verträglich gestalten und begonnenes Verantwortungslernen weiterführen |
Die aufgeführten Schwerpunkte in den Projektbereichen sollen als Beispiele gelten und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Innovative Ideen der Projektschulen zum Verantwortungslernen werden – sofern sie sich auf Modelle für Verantwortungsübernahme und Selbstwirksamkeit beziehen – den Katalog der Vorhaben bilden.

